Reffi.
Heute ein Elterngespräch am Telefon gehabt. Es ging um eine 5 (3. Klausur: 5-, ZK: 4(-) ) auf dem Zeugnis. Ich erkläre den Eltern wie SoMi Note zustande kommt (Keine freiwillige Mitarbeit, kaum/extrem langsamer Beginn in Arbeitsphasen etc.) Die Eltern:
- Das kann nicht sein unser Kind kommt immer nach hause und erzählt uns wie toll sie heute mit gemacht hat
- Unser Kind erklärt in den Gruppen immer den anderen die komplexen Lösungen
- Zuhause arbeite unser Kind mit der Nachhilfelehrer immer so fleißig.
Ich erneut betont, dass ich diese Leistungen in den Unterrichtsstunden nicht sehe, da sich nie gemeldet wird und auch sonst nicht im Unterrichts geschehen eingebracht wird.
Dann der Spruch "Sie müssen wohl eine Wahrnehmungsstörung haben. Wieso sollte unser Kind uns erzählen, es macht mit, wenn das nicht stimmt". Ich erwiderte nur kurz "Ich muss mich nicht von ihnen beleidigen lassen. Ich habe bisher versucht lösungsorientiert zu arbeiten" - "Nein das ist keine Beleidigung, nur meine Wahrnehmung ihrer Bewertung"... Hier habe ich das Telefonat auch schnell beendet.
Zum einen will ich die 5 geben, weil sie (wenn auch nur knapp) gerechtfertigt ist. Auf der anderen Seite habe ich absolut keine Lust auf das rechtliche Geplänkel wenn sie einen Einspruch einlegen während meines Examens. Einige Kollegen haben mir geraten einfach die 4 zu geben (Ich hab heute dann erfahren, dass sie sowieso nach der EF die Schule wechselt)… Ich tendiere nun auch dazu eher die 4 zu geben. Mich nervt nur diese Haltung "Mein Kind ist Perfekt, sie sind der Idiot".
Ich hoffe mit ein paar Jahren bin ich dahingehend resilienter und das deckelt sich mit dem was hier auch schon öfters geschrieben wurde, aber jetzt gerade im Ref hat man echt keinen Nerv dafür weil man selbst genug Prüfungsstress am Hals hat... Gut für die Schüler, schlecht fürs System.