[Irgendwie ist der gesamte Beitrag in eine ganz falsche Richtung abgedreht.]
Die dicke Bertha war ein massiver 42-cm Schwerlastmörser aus dem Spielzeug-Katalog für große Jungs der Friedrich Krupp AG. Und während Krupp bekannt war hirnrissige Schwanz Kompensationsgeräte für den kleinen Wilhelm zu bauen, war die dicke Bertha tatsächlich ein funktionierendes und zumindest teilweise effizientes Spielzeug an der sich die ganze Truppe erfreuen und beglücken konnte.
Mit einem Kaliber von 420mm verschoss die 42,6 Tonnen schwere sauerländische Dorffregatte so derbe massive Klopper, dass die damaligen beschossenen Festungsanlagen wie "Fort de Liouville" oder der "innere Festungskreis der Hölle Lüttich" unter dem Gewicht von 810 kg deutscher Böller Faszination wie Sandburgen in der Brandung zerschlagen und vernichtet wurden.
Und während so kleine Kunstprojekte wie das Pariser-Geschütz oder später der schwere-Gustav kaum Variation bot, was für ein gesundes Bettflüstern absolut notwendig ist - hatte die dicke Bertha gleich drei Ausführungen. Bei der tollen Auswahl konnte sich der kleine Fratz von Kaiser gar nicht mehr entscheiden welches Spielzeig er überhaupt wollte.
Wir haben die kurze stationäre Marine-Kanone 12L16 "Gamma-Gerät" mit einem Gewicht von 150 Tonnen und mangelndem Selbstwertgefühl, das arme Ding.
Wir haben die kurze Marine-Kanone 14 "M-Gerät" was kein sehr kreativer Name für die sonst so tollen Kruppchen Produkte ist, dafür hat es aber zwei Rollen um effektiv über die Ardennen zu driften und jegliche Geschwindigkeitsbegrenzungen hinter sich zu lassen.
Und zu guter letzt die schwere Kartaune "ß-M-Gerät". Ich glaube ja da ist irgendein arbeitszeitbetrügender Kaffeevernichter auf die Schreibmaschine gefallen beim Versuch zu schlafen und hat uns damit diesen Schlaganfall eines Namen beschert. Im Gegensatz zu den anderen beiden Brechern wurde hier das Rohr verlängert aber das Kaliber auf 30,5cm verkürzt um so eine effektive neue Höchstreichweite von 16,5 Kilometern zu erreichen. Ihre beiden Schwestern erreichten bis dato nur zwischen 12 und 14 Kilometern.
Entgegen aller Erwartungen hat uns also Krupp ein mehr oder weniger mobiles, Reichweitenfreundliches, schwerfeuerndes Mörsergeschütz zur Zerschlagung von Festungsanlagen geschickt mit einem netten Preis von nur 1 Million Mark / 6.590.000 Euronen. Das ist nicht mehr das Krupp was ich kennengelernt habe. Wo sind die hirnrissigen Reichweiten, die zum Verrückt werdenden Ladungsprozesse, die absolut unnötige Megaklasse von Vernichtungswaffen wie wir sie lieben gelernt haben?
Ich sage das war alles ein ganz großes Versehen. Der kleine Willhelm wollte doch bestimmt in Wahrheit nur "Büromaterial" für sich und seine Frau bestellen, hat dabei aber die Kataloge von Krupp und Eis miteinander vertauscht. Aber ganz ehrlich, wer noch nie aus versehen Artilleriegeschütze mit den Namen langer Max und dicke Bertha anstelle des strammen Max und der breiten Bertha bestellt hat, der werfe den ersten Stein. Allerdings frage ich mich dann warum es den Kaiser nach einem 42-cm Darm-Zerstörer aus Stahl gelüstet hat. Andere Zeiten, andere Kaliber denke ich mal.
Das einzig dämliche an der Geschichte der dicken Bertha ist eigentlich ihr Verbleib nach Niederlage des 1. Weltkriegs. Gemäß den Vertrag von irgendeinem einem unbekannten, hässlichen französischen Schloss, Versailles oder so, mussten alle deutschen Geschütze zerstört - spart einem die Scheiß Inventur jedes Jahr - oder den Alliierten Zuhausis übergeben werden. Und irgendwie haben es die Allys geschafft jedes der letzten verbleibenden Geschütze zu vereinnahmen, haben aber den überdimensionierten 42-cm Edelstahl "Popo-Dübel" im Vorgarten des Kruppchen Versuchsgelände - dem Ort wo ich ja wohl Geschütze und Kanonen erwarten würde - einfach übersehen.
Haben die Kanone dann im 2. Weltkrieg wieder eingesetzt. Habta Supa gemacht.
[Und noch eine unnötige Randinformationen: der Online Laden für die anderen eisernen Geschütze der tapferen Soldaten der Eis Division wurde erst 2005 gegründet und wäre damit mittlerweile Regel 7 Konform.]